Die Qual des kreativen Prozesses

13. 03. 2007 um 22:50 Uhr von ralf

Ich bewundere Künstler wie Neal Young, die scheinbar wie aus dem Nichts heraus Songs in beängstigender Geschwindigkeit schreiben und aufnehmen können. Woher nehmen die bloss die ganze kreative Energie, woher fliegen denen die vielen Ideen zu? Und wieso funktioniert das bei uns so nicht?

Das ist eines jener Rätsel, das ich für mich nicht zu lösen vermag, weil einfach der kreative Prozess, vom Nichts zu einem fertigen Song, bei uns komplett unstrukturiert und chaotisch abläuft, was sich der Gestalt äußert, dass man, mit viel Glück, aus einem kleinen Lauf entweder einen ganzen Song aus der Erde stampft, oder aber sich mühsam (und erfolglos) über Tage daran versucht, aus 5 Tönen eine interessante Melodie zu formen, die als Grundgerüst zu einem Stück Musik taugen kann.

Es ist wie fischen, man wirft die Angel aus und hofft, dass etwas anbeisst, was aber auch bedeutet, dass wir dabei eine eher passive Rolle inne haben. Und irgendwie scheint das zu funktionieren. Wenn also jemand fragt, ob dass, was er von uns hört, geplante Musik sei, die auf eine bestimmte Wirkung abzielt, so muss man das in 9 von 10 Fällen verneinen. Das bekommen wir auf Knopfdruck einfach nicht hin. Denn die Wirkung erforscht man in unserem Fall meist erst dann, wenn ein Song fertig ist. Und im Falle des kommenden Songs, welchen wir am kommenden Sonntag der Öffentlichkeit vorstellen möchten, war es buchstäblich so, dass die Wirkung sich erst mit Fertigstellung des Mixes voll entfaltet hat. Alles davor war ein Herantasten, ein Suchen, und erst beim Mischen fanden alle Teile ihren Platz. Und mit einem mal hat es gepasst.

Und natürlich bin ich neugierig, wie das Stück Musik ankommen wird. Ist doch logisch *g*

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